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Energie & Management > Europaeische Union - CO2-Terminal in Bremen kartellrechtlich genehmigt
Visualisierung des geplanten CO2-Exportterminals in Bremen Quelle: Carbon Bridge
Europaeische Union

CO2-Terminal in Bremen kartellrechtlich genehmigt

Ambrian Energy und Messer planen in Bremen ein CO2-Exportterminal. Die EU-Kommission erteilte die kartellrechtliche Freigabe, nun soll es 2031 den Betrieb aufnehmen.
Die Europäische Kommission hat die geplante Gründung des Joint Ventures „CarbonBridge“ durch die Ambrian Energy GmbH und die Messer SE & Co. KGaA kartellrechtlich genehmigt. Damit können die Partner die Entwicklung eines CO2-Exportterminals im Bremer Hafen weiter vorantreiben. Die Anlage soll nach Angaben der Unternehmen ab 2031 betriebsbereit sein.

Zu Beginn soll Carbonbridge bis zu 2,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr umschlagen können. Die Partner planen, die Kapazität perspektivisch auf etwa vier Millionen Tonnen jährlich zu erhöhen. Das Terminal soll CO2 aus Industrieanlagen und anderen Emissionsquellen annehmen, zwischenlagern und für den Weitertransport zu geologischen Speicherstätten in der Nordsee verladen.

Ambrian Energy mit Sitz in Bremen ist auf den Umgang mit Energieprodukten, Gefahrstoffen und Flüssiggütern sowie auf die entsprechende Logistik spezialisiert. Das Unternehmen bringt nach eigenen Angaben ein rund drei Hektar großes Grundstück im Bremer Hafen in das Projekt ein. Messer mit Sitz in Sulzbach im Taunus ist ein international tätiger Anbieter von Industrie-, Medizin- und Spezialgasen und verfügt über Erfahrung in der Rückgewinnung und Aufbereitung von CO2.

Geschlossene CO2-Logistikkette

Carbonbridge soll damit eine Logistikkette für abgeschiedenes CO2 bereitstellen. Als mögliche Kunden nennen die Partner unter anderem Unternehmen aus der Zement-, Glas- und Stahlindustrie sowie Betreiber von Müllverbrennungsanlagen. In diesen Branchen lassen sich Emissionen nach Darstellung der Projektpartner teilweise nur schwer durch den Einsatz erneuerbarer Energien oder Effizienzmaßnahmen vermeiden. Die Abscheidung und anschließende Speicherung von CO2 kann deshalb eine weitere Option zur Verringerung der Emissionen darstellen.

Das Terminal soll mehrere Transportwege miteinander verbinden. Der Standort verfügt über eine bestehende Bahnanbindung und einen Hafenanleger. Nach Angaben der Projektgesellschaft können dort Schiffe mit einer Ladekapazität von bis zu 30.000 Tonnen abgefertigt werden. Das soll den Transport des CO2 aus dem deutschen Hinterland zum Terminal und die anschließende Verschiffung zu Speicherstätten in der Nordsee ermöglichen.

„Wir freuen uns sehr über die kartellrechtliche Freigabe für Carbonbridge“, kommentiert Ralph Spring, Senior Manager Commercials CCUS bei Messer. Die Logistik bis zum Ort der endgültigen Speicherung sei bei vielen Projekten eine der größten Herausforderungen. Carbonbridge solle hierfür eine flexible Lösung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der CO2-Quelle bis zur Senke bieten.

Auch Ambrian Energy sieht in der Exportinfrastruktur eine Voraussetzung für den Aufbau von Carbon-Capture-and-Storage-Projekten (CCS) in Deutschland. „Industrieunternehmen sind bei der Dekarbonisierung darauf angewiesen, dass eine verlässliche Exportinfrastruktur für abgeschiedenes CO2 zur Verfügung steht“, sagt Geschäftsführer Daniel Pätzold. Diese Lücke wolle das Unternehmen mit Carbonbridge schließen.

CO2-Entsorgung als Dienstleistung

Messer will zusätzlich seine Erfahrung mit der CO2-Rückgewinnung und -Aufbereitung einbringen. Das Unternehmen verweist dabei auf seine „ZeCarb“-Lösung, mit der industrielle Emittenten die Abscheidung und weitere Verarbeitung von CO2 als Dienstleistung beziehen können. CarbonBridge soll daran anschließend die logistischen Schritte bis zur Übergabe an eine Speicherinfrastruktur übernehmen.

Für die geplante Anlage ist eine schrittweise Erweiterung vorgesehen. Die kartellrechtliche Freigabe beseitigt eine Voraussetzung für die weitere Umsetzung des Joint Ventures. Die Inbetriebnahme des Terminals ist für 2031 vorgesehen. Bis dahin müssen die Partner unter anderem die Infrastruktur am Bremer Standort entwickeln und die Transport- und Speicherlogistik aufbauen. (sh)

Donnerstag, 27.08.2026, 11:46 Uhr
Susanne Harmsen
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CO2-Terminal in Bremen kartellrechtlich genehmigt
Ambrian Energy und Messer planen in Bremen ein CO2-Exportterminal. Die EU-Kommission erteilte die kartellrechtliche Freigabe, nun soll es 2031 den Betrieb aufnehmen.
Die Europäische Kommission hat die geplante Gründung des Joint Ventures „CarbonBridge“ durch die Ambrian Energy GmbH und die Messer SE & Co. KGaA kartellrechtlich genehmigt. Damit können die Partner die Entwicklung eines CO2-Exportterminals im Bremer Hafen weiter vorantreiben. Die Anlage soll nach Angaben der Unternehmen ab 2031 betriebsbereit sein.

Zu Beginn soll Carbonbridge bis zu 2,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr umschlagen können. Die Partner planen, die Kapazität perspektivisch auf etwa vier Millionen Tonnen jährlich zu erhöhen. Das Terminal soll CO2 aus Industrieanlagen und anderen Emissionsquellen annehmen, zwischenlagern und für den Weitertransport zu geologischen Speicherstätten in der Nordsee verladen.

Ambrian Energy mit Sitz in Bremen ist auf den Umgang mit Energieprodukten, Gefahrstoffen und Flüssiggütern sowie auf die entsprechende Logistik spezialisiert. Das Unternehmen bringt nach eigenen Angaben ein rund drei Hektar großes Grundstück im Bremer Hafen in das Projekt ein. Messer mit Sitz in Sulzbach im Taunus ist ein international tätiger Anbieter von Industrie-, Medizin- und Spezialgasen und verfügt über Erfahrung in der Rückgewinnung und Aufbereitung von CO2.

Geschlossene CO2-Logistikkette

Carbonbridge soll damit eine Logistikkette für abgeschiedenes CO2 bereitstellen. Als mögliche Kunden nennen die Partner unter anderem Unternehmen aus der Zement-, Glas- und Stahlindustrie sowie Betreiber von Müllverbrennungsanlagen. In diesen Branchen lassen sich Emissionen nach Darstellung der Projektpartner teilweise nur schwer durch den Einsatz erneuerbarer Energien oder Effizienzmaßnahmen vermeiden. Die Abscheidung und anschließende Speicherung von CO2 kann deshalb eine weitere Option zur Verringerung der Emissionen darstellen.

Das Terminal soll mehrere Transportwege miteinander verbinden. Der Standort verfügt über eine bestehende Bahnanbindung und einen Hafenanleger. Nach Angaben der Projektgesellschaft können dort Schiffe mit einer Ladekapazität von bis zu 30.000 Tonnen abgefertigt werden. Das soll den Transport des CO2 aus dem deutschen Hinterland zum Terminal und die anschließende Verschiffung zu Speicherstätten in der Nordsee ermöglichen.

„Wir freuen uns sehr über die kartellrechtliche Freigabe für Carbonbridge“, kommentiert Ralph Spring, Senior Manager Commercials CCUS bei Messer. Die Logistik bis zum Ort der endgültigen Speicherung sei bei vielen Projekten eine der größten Herausforderungen. Carbonbridge solle hierfür eine flexible Lösung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der CO2-Quelle bis zur Senke bieten.

Auch Ambrian Energy sieht in der Exportinfrastruktur eine Voraussetzung für den Aufbau von Carbon-Capture-and-Storage-Projekten (CCS) in Deutschland. „Industrieunternehmen sind bei der Dekarbonisierung darauf angewiesen, dass eine verlässliche Exportinfrastruktur für abgeschiedenes CO2 zur Verfügung steht“, sagt Geschäftsführer Daniel Pätzold. Diese Lücke wolle das Unternehmen mit Carbonbridge schließen.

CO2-Entsorgung als Dienstleistung

Messer will zusätzlich seine Erfahrung mit der CO2-Rückgewinnung und -Aufbereitung einbringen. Das Unternehmen verweist dabei auf seine „ZeCarb“-Lösung, mit der industrielle Emittenten die Abscheidung und weitere Verarbeitung von CO2 als Dienstleistung beziehen können. CarbonBridge soll daran anschließend die logistischen Schritte bis zur Übergabe an eine Speicherinfrastruktur übernehmen.

Für die geplante Anlage ist eine schrittweise Erweiterung vorgesehen. Die kartellrechtliche Freigabe beseitigt eine Voraussetzung für die weitere Umsetzung des Joint Ventures. Die Inbetriebnahme des Terminals ist für 2031 vorgesehen. Bis dahin müssen die Partner unter anderem die Infrastruktur am Bremer Standort entwickeln und die Transport- und Speicherlogistik aufbauen. (sh)

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Susanne Harmsen

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