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Energie & Management > Veranstaltung - BEE fordert Kursfestigkeit bei EEG-Novelle
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser beim Energiedialog 2026. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung

BEE fordert Kursfestigkeit bei EEG-Novelle

Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat bei seinem energiepolitischen Jahresauftakt in Berlin zentrale Weichenstellungen für die Energiewende diskutiert.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) lud am Abend des 20. Januars zum Energiepolitischen Dialog 2026. Deutschland brauche einen Systemwandel bei der Energieversorgung. Für das Klein-Klein der vergangenen Jahre seien die Erneuerbaren längst zu groß geworden. „Deshalb erwarten wir für 2026 politische Entscheidungen, die Investitionen ermöglichen, den Ausbau sichern und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit stärken“, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Nach mehr als 25 Jahren Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stehe die Energiewende in Deutschland an einem entscheidenden Punkt. Der Anteil der Erneuerbaren am Strommix ist seit der Einführung des EEG im Jahr 2000 von sechs Prozent auf heute rund 60 Prozent gewachsen. „Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte. Sie wird als Gemeinschaftsleistung von Bürgerenergie, innovativen Unternehmen und engagierten Kommunen getragen“, fasste Heinen-Esser zusammen.

Ausbaupfade beibehalten

Mit anstehenden Novellen, unter anderem zum EEG und zum Gebäudeenergiegesetz (GEG), sowie mit wichtigen Weichenstellungen beim Netzausbau und der Digitalisierung des Energiesystems, würden 2026 zentrale Rahmenbedingungen für die nächste Phase der Energiewende gesetzt. Die Branche brauche verlässliche politische Leitplanken, Planungssicherheit und praxistaugliche Regelungen, um Investitionen zu ermöglichen und den Ausbau weiter voranzubringen, forderte sie unter dem Beifall der Gäste von der Politik.

Kernforderung des BEE ist das Beibehalten der bestehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien. Ergänzend fordert der Verband einen stärkeren Fokus auf Systemdienlichkeit und Flexibilität. Laut dem BEE steigt der Strombedarf durch Elektrifizierung, neue Großverbraucher wie Rechenzentren sowie den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft deutlich an. „Verlässliche Ausbaupfade sind notwendig, um Investitionssicherheit für Unternehmen und Verbraucher zu gewährleisten“, forderte Enertrag-CEO Gunar Hering in seinem Diskussionsbeitrag.

Gürtel enger schnallen

Für das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) war Staatssekretär Frank Wetzel beim Energiepolitischen Dialog. Er kündigte „Hochdruck“ an für die Novelle des EEG 2027 und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Wegen der Sparzwänge müsse sein Haus Personal abbauen, was die Bewältigung der Aufgaben erschwere.

Aus dem Energiewendemonitoring des BMWE leite sich nicht nur eine Fortsetzung des Kurses ab, sondern auch Änderungen, kündigte er an. Es gelte, die Energiewende kostengünstiger zu machen. Die soeben von der EU-Kommission bewilligte Kraftwerksstrategie ermögliche „in diesem Sommer“ die Ausschreibung neuer Kapazitäten. Schon ab 2027 solle die Struktur für einen Kapazitätsmarkt entwickelt werden, kündigte Wetzel an.

Diese Kraftwerke sollten die Versorgung durch erneuerbare Erzeuger absichern, sie seien keine Konkurrenz, unterstrich der Staatssekretär. Später würden die neuen Kraftwerke mit erneuerbaren Gasen betrieben, versicherte er. Auf Nachfrage aus dem Publikum bestätigte Wetzel, dass Biogas eine stabilisierende Wirkung für das System haben und erhalten bleiben soll, möglicherweise künftig auch für die Wasserstofferzeugung. Allerdings lohne es vielerorts nicht, extra Gasnetze zu bauen, um Biogas einspeisen zu können, schränkte er ein.
 
BMWE-Staatssekretär Frank Wetzel beim BEE-Energiedialog 2026
Quelle: Susanne Harmsen

Grußwort aus der Ukraine

Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzt Oleksii Makeiev, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland. In seiner Keynote sprach er über Sicherheit und Resilienz im Energiesektor vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage.

Die auf die Energieversorgung fokussierten Angriffe Russlands und ihre Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung zeigten, wie bedeutsam eine resiliente und dezentrale Energieversorgung sei, unterstrich Makeiev. Er dankte Deutschland und seinen Unternehmen für die geleistete Hilfe für die Ukraine.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Branche die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren und die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Mittwoch, 21.01.2026, 10:31 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Veranstaltung - BEE fordert Kursfestigkeit bei EEG-Novelle
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser beim Energiedialog 2026. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung
BEE fordert Kursfestigkeit bei EEG-Novelle
Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat bei seinem energiepolitischen Jahresauftakt in Berlin zentrale Weichenstellungen für die Energiewende diskutiert.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) lud am Abend des 20. Januars zum Energiepolitischen Dialog 2026. Deutschland brauche einen Systemwandel bei der Energieversorgung. Für das Klein-Klein der vergangenen Jahre seien die Erneuerbaren längst zu groß geworden. „Deshalb erwarten wir für 2026 politische Entscheidungen, die Investitionen ermöglichen, den Ausbau sichern und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit stärken“, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Nach mehr als 25 Jahren Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stehe die Energiewende in Deutschland an einem entscheidenden Punkt. Der Anteil der Erneuerbaren am Strommix ist seit der Einführung des EEG im Jahr 2000 von sechs Prozent auf heute rund 60 Prozent gewachsen. „Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte. Sie wird als Gemeinschaftsleistung von Bürgerenergie, innovativen Unternehmen und engagierten Kommunen getragen“, fasste Heinen-Esser zusammen.

Ausbaupfade beibehalten

Mit anstehenden Novellen, unter anderem zum EEG und zum Gebäudeenergiegesetz (GEG), sowie mit wichtigen Weichenstellungen beim Netzausbau und der Digitalisierung des Energiesystems, würden 2026 zentrale Rahmenbedingungen für die nächste Phase der Energiewende gesetzt. Die Branche brauche verlässliche politische Leitplanken, Planungssicherheit und praxistaugliche Regelungen, um Investitionen zu ermöglichen und den Ausbau weiter voranzubringen, forderte sie unter dem Beifall der Gäste von der Politik.

Kernforderung des BEE ist das Beibehalten der bestehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien. Ergänzend fordert der Verband einen stärkeren Fokus auf Systemdienlichkeit und Flexibilität. Laut dem BEE steigt der Strombedarf durch Elektrifizierung, neue Großverbraucher wie Rechenzentren sowie den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft deutlich an. „Verlässliche Ausbaupfade sind notwendig, um Investitionssicherheit für Unternehmen und Verbraucher zu gewährleisten“, forderte Enertrag-CEO Gunar Hering in seinem Diskussionsbeitrag.

Gürtel enger schnallen

Für das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) war Staatssekretär Frank Wetzel beim Energiepolitischen Dialog. Er kündigte „Hochdruck“ an für die Novelle des EEG 2027 und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Wegen der Sparzwänge müsse sein Haus Personal abbauen, was die Bewältigung der Aufgaben erschwere.

Aus dem Energiewendemonitoring des BMWE leite sich nicht nur eine Fortsetzung des Kurses ab, sondern auch Änderungen, kündigte er an. Es gelte, die Energiewende kostengünstiger zu machen. Die soeben von der EU-Kommission bewilligte Kraftwerksstrategie ermögliche „in diesem Sommer“ die Ausschreibung neuer Kapazitäten. Schon ab 2027 solle die Struktur für einen Kapazitätsmarkt entwickelt werden, kündigte Wetzel an.

Diese Kraftwerke sollten die Versorgung durch erneuerbare Erzeuger absichern, sie seien keine Konkurrenz, unterstrich der Staatssekretär. Später würden die neuen Kraftwerke mit erneuerbaren Gasen betrieben, versicherte er. Auf Nachfrage aus dem Publikum bestätigte Wetzel, dass Biogas eine stabilisierende Wirkung für das System haben und erhalten bleiben soll, möglicherweise künftig auch für die Wasserstofferzeugung. Allerdings lohne es vielerorts nicht, extra Gasnetze zu bauen, um Biogas einspeisen zu können, schränkte er ein.
 
BMWE-Staatssekretär Frank Wetzel beim BEE-Energiedialog 2026
Quelle: Susanne Harmsen

Grußwort aus der Ukraine

Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzt Oleksii Makeiev, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland. In seiner Keynote sprach er über Sicherheit und Resilienz im Energiesektor vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage.

Die auf die Energieversorgung fokussierten Angriffe Russlands und ihre Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung zeigten, wie bedeutsam eine resiliente und dezentrale Energieversorgung sei, unterstrich Makeiev. Er dankte Deutschland und seinen Unternehmen für die geleistete Hilfe für die Ukraine.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Branche die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren und die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Mittwoch, 21.01.2026, 10:31 Uhr
Susanne Harmsen

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