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Energie & Management > Gastbeitrag - Batteriespeicher: Das nächste strategische Thema der Energiewende
Quelle: E&M
Gastbeitrag

Batteriespeicher: Das nächste strategische Thema der Energiewende

Wie entscheidend die Auswahl der Partner für Planung und Betrieb von Batteriespeichern für Stadtwerke ist, erläutert Hendrik Mörtenkötter* von der „m3 management consulting“
Batteriespeicher sind ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an Flexibilität im System. Speicher gewinnen strategische Bedeutung. Besonders relevant ist das für Stadtwerke, die an der Schnittstelle zwischen Netzen, lokaler Erzeugung, Vermarktung und Versorgungssicherheit agieren.

In diesem Zusammenhang haben Speicher eine Systemfunktion, die weit über ihre Rolle als technisches Systemmodul hinausgeht. Sie verändern die Rolle eines Stadtwerks im lokalen Energiesystem, indem sie Infrastruktur mit Wertschöpfung und operativen Betrieb mit langfristiger Positionierung verbinden.

Rund um Batteriespeicher entsteht für kommunale Unternehmen deshalb ein Handlungsfeld, das über Investitions- und Portfoliofragen hinausgeht. Genau darin liegt die Relevanz des Themas in einem Markt, der von hoher regulatorischer Dynamik, technischer Komplexität, neuen Wettbewerbsstrukturen und starker Volatilität geprägt ist.

Eigene Rolle im dezentralen Markt klären 
Für Stadtwerke ergibt sich daraus die anspruchsvolle Aufgabe, ein klares Bild von der Funktion von Batteriespeichern in ihren künftigen Geschäftsmodellen zu gewinnen. Dabei geht es einerseits um die eigene Rolle in einem zunehmend dezentralen und flexiblen Energiemarkt. Davon, ob und wie ein Speicher das eigene Portfolio optimieren, neue Erlösquellen erschließen, die Erzeugung ergänzen oder netznahe Stabilität unterstützen soll, hängen fundierte Entscheidungen über Projektlogik, Partnerbild und Investitionen ab.

Andererseits sollte der Blick auf die Ausgangslage und bestehende Assets gerichtet werden, also auf die lokale Verankerung, die Kundennähe sowie die präzise Kenntnis der Infrastruktur und der Gegebenheiten vor Ort.
 
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Quelle: m3 management consulting GmbH


Ein weiterer Faktor sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich stetig weiterentwickeln. Aktuell sind insbesondere zwei Themen relevant. Zum einen nehmen die sogenannten Flexible Connection Agreements (FCAs) zu. Zum anderen gibt es Pläne der Bundesnetzagentur, neue Speicher künftig über Kapazitätsentgelte an der Finanzierung des Netzes zu beteiligen.

In der Folge könnte die Wirtschaftlichkeit von Geschäftsmodellen, die primär auf Handel und Regelleistung basieren, nicht mehr durchgängig gesichert sein. Aus strategischer Perspektive empfiehlt es sich deshalb, Speicher für verschiedene Szenarien auszulegen und damit zugleich eine ausreichende regulatorische Resilienz in die Geschäftsmodelle einzubauen.

So würden Batteriespeicher bei günstigen Markt- und Regulierungsbedingungen Erlöse über Handel und Regelleistung erwirtschaften. Im ungünstigeren Szenario bliebe die Eigenbedarfsoptimierung als wirtschaftliche Basis erhalten.

Ein solches hybrides Modell würde im Hinblick auf wirtschaftliche Planung und Fremdfinanzierung zusätzliche Sicherheit bieten, zugleich jedoch Batteriespeicher individueller machen und die ohnehin hohe Komplexität in Planung, Finanzierung, Roll-out und Betrieb weiter erhöhen. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass zahlreiche Bereiche im Unternehmen, etwa Netz, Erzeugung, Handel oder Asset Management, durch Batteriespeicher beeinflusst werden und eine Gesamtbetrachtung erforderlich machen.

Partner suchen, Synergien bündeln 

Sich frühzeitig darauf vorzubereiten, ist deshalb eine Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Speicherstrategie. Bei einem Projekt dieser Tragweite, Bedeutung und Dringlichkeit ist es gerade für kleinere und mittlere Stadtwerke weder möglich noch sinnvoll, vollständig auf Eigenleistung zu setzen. Dafür fehlen Ressourcen, Budget und Spezialwissen. Der Aufbau von Partnerschaften für Fachthemen sowie die Bündelung von Aufgaben, bei denen Synergieeffekte greifen, sind deshalb der bessere Weg, um strategische Ambitionen mit einer effizienten Realisierung zu verbinden. 

Vor diesem Hintergrund stehen sowohl kommunale Versorger als auch die Politik in der Pflicht. Die Stadtwerke müssen systematisch prüfen, welche ihrer Geschäftsfelder im Kontext einer integrierten Batteriestrategie verändert und weiterentwickelt werden müssen. Die Aufgabe politischer Entscheider ist es, diesen Prozess durch Planungssicherheit zu unterstützen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Netzbetreibern ermöglichen, Batterien unkompliziert zur Netzstabilisierung einzusetzen.

* Dr. Hendrik Mörtenkötter ist Senior Consultant bei der m3 management consulting GmbH
 
Dr. Hendrik Mörtenkötter
Quelle: m3 management consulting GmbH



 

Dienstag, 2.06.2026, 09:53 Uhr
Redaktion
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Quelle: E&M
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Batteriespeicher: Das nächste strategische Thema der Energiewende
Wie entscheidend die Auswahl der Partner für Planung und Betrieb von Batteriespeichern für Stadtwerke ist, erläutert Hendrik Mörtenkötter* von der „m3 management consulting“
Batteriespeicher sind ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an Flexibilität im System. Speicher gewinnen strategische Bedeutung. Besonders relevant ist das für Stadtwerke, die an der Schnittstelle zwischen Netzen, lokaler Erzeugung, Vermarktung und Versorgungssicherheit agieren.

In diesem Zusammenhang haben Speicher eine Systemfunktion, die weit über ihre Rolle als technisches Systemmodul hinausgeht. Sie verändern die Rolle eines Stadtwerks im lokalen Energiesystem, indem sie Infrastruktur mit Wertschöpfung und operativen Betrieb mit langfristiger Positionierung verbinden.

Rund um Batteriespeicher entsteht für kommunale Unternehmen deshalb ein Handlungsfeld, das über Investitions- und Portfoliofragen hinausgeht. Genau darin liegt die Relevanz des Themas in einem Markt, der von hoher regulatorischer Dynamik, technischer Komplexität, neuen Wettbewerbsstrukturen und starker Volatilität geprägt ist.

Eigene Rolle im dezentralen Markt klären 
Für Stadtwerke ergibt sich daraus die anspruchsvolle Aufgabe, ein klares Bild von der Funktion von Batteriespeichern in ihren künftigen Geschäftsmodellen zu gewinnen. Dabei geht es einerseits um die eigene Rolle in einem zunehmend dezentralen und flexiblen Energiemarkt. Davon, ob und wie ein Speicher das eigene Portfolio optimieren, neue Erlösquellen erschließen, die Erzeugung ergänzen oder netznahe Stabilität unterstützen soll, hängen fundierte Entscheidungen über Projektlogik, Partnerbild und Investitionen ab.

Andererseits sollte der Blick auf die Ausgangslage und bestehende Assets gerichtet werden, also auf die lokale Verankerung, die Kundennähe sowie die präzise Kenntnis der Infrastruktur und der Gegebenheiten vor Ort.
 
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Ein weiterer Faktor sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich stetig weiterentwickeln. Aktuell sind insbesondere zwei Themen relevant. Zum einen nehmen die sogenannten Flexible Connection Agreements (FCAs) zu. Zum anderen gibt es Pläne der Bundesnetzagentur, neue Speicher künftig über Kapazitätsentgelte an der Finanzierung des Netzes zu beteiligen.

In der Folge könnte die Wirtschaftlichkeit von Geschäftsmodellen, die primär auf Handel und Regelleistung basieren, nicht mehr durchgängig gesichert sein. Aus strategischer Perspektive empfiehlt es sich deshalb, Speicher für verschiedene Szenarien auszulegen und damit zugleich eine ausreichende regulatorische Resilienz in die Geschäftsmodelle einzubauen.

So würden Batteriespeicher bei günstigen Markt- und Regulierungsbedingungen Erlöse über Handel und Regelleistung erwirtschaften. Im ungünstigeren Szenario bliebe die Eigenbedarfsoptimierung als wirtschaftliche Basis erhalten.

Ein solches hybrides Modell würde im Hinblick auf wirtschaftliche Planung und Fremdfinanzierung zusätzliche Sicherheit bieten, zugleich jedoch Batteriespeicher individueller machen und die ohnehin hohe Komplexität in Planung, Finanzierung, Roll-out und Betrieb weiter erhöhen. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass zahlreiche Bereiche im Unternehmen, etwa Netz, Erzeugung, Handel oder Asset Management, durch Batteriespeicher beeinflusst werden und eine Gesamtbetrachtung erforderlich machen.

Partner suchen, Synergien bündeln 

Sich frühzeitig darauf vorzubereiten, ist deshalb eine Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Speicherstrategie. Bei einem Projekt dieser Tragweite, Bedeutung und Dringlichkeit ist es gerade für kleinere und mittlere Stadtwerke weder möglich noch sinnvoll, vollständig auf Eigenleistung zu setzen. Dafür fehlen Ressourcen, Budget und Spezialwissen. Der Aufbau von Partnerschaften für Fachthemen sowie die Bündelung von Aufgaben, bei denen Synergieeffekte greifen, sind deshalb der bessere Weg, um strategische Ambitionen mit einer effizienten Realisierung zu verbinden. 

Vor diesem Hintergrund stehen sowohl kommunale Versorger als auch die Politik in der Pflicht. Die Stadtwerke müssen systematisch prüfen, welche ihrer Geschäftsfelder im Kontext einer integrierten Batteriestrategie verändert und weiterentwickelt werden müssen. Die Aufgabe politischer Entscheider ist es, diesen Prozess durch Planungssicherheit zu unterstützen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Netzbetreibern ermöglichen, Batterien unkompliziert zur Netzstabilisierung einzusetzen.

* Dr. Hendrik Mörtenkötter ist Senior Consultant bei der m3 management consulting GmbH
 
Dr. Hendrik Mörtenkötter
Quelle: m3 management consulting GmbH



 

Dienstag, 2.06.2026, 09:53 Uhr
Redaktion

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