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Energie & Management > Wasserstofferzeugung - Aquaventus will Nordseefläche für Wasserstoff erhalten
Plattform einer Windkraftanlage mit Elektrolyseuren. Quelle: Aquaventus Förderverein e.V
Wasserstofferzeugung

Aquaventus will Nordseefläche für Wasserstoff erhalten

Der Verein Aquaventus will die Nordseefläche SEN-1 für Offshore-Wasserstoff erhalten. Zudem schlägt er eine zweite Elektrolyseplattform vor.
Aquaventus, ein als Verein organisierter Zusammenschluss von rund 100 Akteuren aus Industrie, Forschung und Politik zur Förderung von Offshore-Wasserstoff, kritisiert die vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vorgelegten Varianten für den künftigen Zuschnitt der Offshore-Flächen. Sie könnten aus Sicht des Vereins die Wasserstoffproduktion auf See einschränken.

Das BSH hatte mehrere Varianten für Anpassungen der Windenergieflächen N-10.1 und N-10.2 unter Einbeziehung von SEN-1 zur Konsultation gestellt. Die Behörde will damit Entwicklungen seit der Veröffentlichung des FEP im Januar 2025 berücksichtigen und den Ausbau der Windenergie auf See fortführen. Die Konsultationsfrist endete am 20. Juli. Das BSH will die zweite Änderung möglichst im dritten Quartal 2026 abschließen.

Aquaventus hält die vorgeschlagenen Varianten nur nach weiteren Anpassungen für geeignet, um neue Geschäftsmodelle für Offshore-Windparkbetreiber zu ermöglichen. Nach Auffassung des Vereins verhindern sie eine kosteneffiziente Verbindung von Windstrom- und Wasserstoffproduktion. Geschäftsführer Robert Seehawer erklärte, Offshore-Wind und Offshore-Elektrolyse ergänzten sich und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Aquaventus schlägt zweite Plattform vor

Der Verein schlägt vor, neben der auf SEN-1 vorgesehenen Elektrolyse eine zweite Elektrolyseplattform mit 250 MW zu ermöglichen. Sie soll auch Strom aus der Windenergiefläche N-10.1 beziehen. Damit ließe sich nach Darstellung von Aquaventus Windstrom in Stunden mit hoher Erzeugung und niedrigen Strompreisen in Wasserstoff umwandeln, statt Windenergieanlagen abzuregeln.

Aquaventus verbindet den Vorschlag mit der Erwartung, zusätzliche Erlösmöglichkeiten für Offshore-Windprojekte zu schaffen. Zugleich soll die Wasserstoffproduktion den Bedarf an weiteren Stromleitungen von der Nordsee an Land begrenzen. Nach Angaben des Vereins kostet jedes zusätzliche Offshore-Netzanbindungssystem mehrere Milliarden Euro. Die Ausgaben würden über die Netzentgelte auf Industrie und Verbraucher umgelegt.

Welche zusätzlichen Leitungen die einzelnen BSH-Varianten erfordern würden und wie hoch die jeweiligen Mehrkosten ausfielen, führt der Verein nicht im Einzelnen aus. Aquaventus verweist dazu auf seine ausführliche Stellungnahme, in der der Verein die Varianten des BSH jeweils bewertet.

WindSeeG soll kombinierte Anschlüsse erlauben

Darüber hinaus fordert Aquaventus eine Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG). Das Gesetz soll kombinierte Anschlusskonzepte ausdrücklich ermöglichen, bei denen Offshore-Windenergie sowohl als Strom als auch nach der Umwandlung in Wasserstoff an Land transportiert werden kann.

Nach Auffassung des Vereins braucht die Branche diese rechtliche Grundlage, um Stromnetzanbindungen und Wasserstoffleitungen gemeinsam zu planen. Aquaventus stellt seinen Vorschlag dabei als Ergänzung des weiteren Offshore-Wind-Ausbaus dar. Die Produktion von Wasserstoff auf See soll zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für den erzeugten Windstrom schaffen und zugleich den Ausbau der Stromnetze entlasten. (ds)
 

Details zu Aquaventus

Der Förderverein Aquaventus hat seine Geschäftsstelle in Berlin. Ihm gehören rund 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen aus der Offshore-Wind- und Wasserstoffwirtschaft an.

Zu den öffentlich aufgeführten Mitgliedern zählen unter anderem EnBW, RWE Renewables, Shell Deutschland, Totalenergies, Gascade, Gasunie und Tennet Offshore. Aus der Forschung sind etwa das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt. Als Partnerorganisationen nennt Aquaventus unter anderem den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), den Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV), die Stiftung Offshore-Windenergie und die Gemeinde Helgoland.

Der Verein will die Voraussetzungen für 10.000 MW Erzeugungsleistung für Wasserstoff aus Offshore-Windenergie in der Nordsee und für den Transport per Pipeline an Land schaffen. Langfristig strebt die Initiative eine Produktion von 1 Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr an.
 

Dienstag, 4.08.2026, 13:30 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Wasserstofferzeugung - Aquaventus will Nordseefläche für Wasserstoff erhalten
Plattform einer Windkraftanlage mit Elektrolyseuren. Quelle: Aquaventus Förderverein e.V
Wasserstofferzeugung
Aquaventus will Nordseefläche für Wasserstoff erhalten
Der Verein Aquaventus will die Nordseefläche SEN-1 für Offshore-Wasserstoff erhalten. Zudem schlägt er eine zweite Elektrolyseplattform vor.
Aquaventus, ein als Verein organisierter Zusammenschluss von rund 100 Akteuren aus Industrie, Forschung und Politik zur Förderung von Offshore-Wasserstoff, kritisiert die vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vorgelegten Varianten für den künftigen Zuschnitt der Offshore-Flächen. Sie könnten aus Sicht des Vereins die Wasserstoffproduktion auf See einschränken.

Das BSH hatte mehrere Varianten für Anpassungen der Windenergieflächen N-10.1 und N-10.2 unter Einbeziehung von SEN-1 zur Konsultation gestellt. Die Behörde will damit Entwicklungen seit der Veröffentlichung des FEP im Januar 2025 berücksichtigen und den Ausbau der Windenergie auf See fortführen. Die Konsultationsfrist endete am 20. Juli. Das BSH will die zweite Änderung möglichst im dritten Quartal 2026 abschließen.

Aquaventus hält die vorgeschlagenen Varianten nur nach weiteren Anpassungen für geeignet, um neue Geschäftsmodelle für Offshore-Windparkbetreiber zu ermöglichen. Nach Auffassung des Vereins verhindern sie eine kosteneffiziente Verbindung von Windstrom- und Wasserstoffproduktion. Geschäftsführer Robert Seehawer erklärte, Offshore-Wind und Offshore-Elektrolyse ergänzten sich und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Aquaventus schlägt zweite Plattform vor

Der Verein schlägt vor, neben der auf SEN-1 vorgesehenen Elektrolyse eine zweite Elektrolyseplattform mit 250 MW zu ermöglichen. Sie soll auch Strom aus der Windenergiefläche N-10.1 beziehen. Damit ließe sich nach Darstellung von Aquaventus Windstrom in Stunden mit hoher Erzeugung und niedrigen Strompreisen in Wasserstoff umwandeln, statt Windenergieanlagen abzuregeln.

Aquaventus verbindet den Vorschlag mit der Erwartung, zusätzliche Erlösmöglichkeiten für Offshore-Windprojekte zu schaffen. Zugleich soll die Wasserstoffproduktion den Bedarf an weiteren Stromleitungen von der Nordsee an Land begrenzen. Nach Angaben des Vereins kostet jedes zusätzliche Offshore-Netzanbindungssystem mehrere Milliarden Euro. Die Ausgaben würden über die Netzentgelte auf Industrie und Verbraucher umgelegt.

Welche zusätzlichen Leitungen die einzelnen BSH-Varianten erfordern würden und wie hoch die jeweiligen Mehrkosten ausfielen, führt der Verein nicht im Einzelnen aus. Aquaventus verweist dazu auf seine ausführliche Stellungnahme, in der der Verein die Varianten des BSH jeweils bewertet.

WindSeeG soll kombinierte Anschlüsse erlauben

Darüber hinaus fordert Aquaventus eine Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG). Das Gesetz soll kombinierte Anschlusskonzepte ausdrücklich ermöglichen, bei denen Offshore-Windenergie sowohl als Strom als auch nach der Umwandlung in Wasserstoff an Land transportiert werden kann.

Nach Auffassung des Vereins braucht die Branche diese rechtliche Grundlage, um Stromnetzanbindungen und Wasserstoffleitungen gemeinsam zu planen. Aquaventus stellt seinen Vorschlag dabei als Ergänzung des weiteren Offshore-Wind-Ausbaus dar. Die Produktion von Wasserstoff auf See soll zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für den erzeugten Windstrom schaffen und zugleich den Ausbau der Stromnetze entlasten. (ds)
 

Details zu Aquaventus

Der Förderverein Aquaventus hat seine Geschäftsstelle in Berlin. Ihm gehören rund 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen aus der Offshore-Wind- und Wasserstoffwirtschaft an.

Zu den öffentlich aufgeführten Mitgliedern zählen unter anderem EnBW, RWE Renewables, Shell Deutschland, Totalenergies, Gascade, Gasunie und Tennet Offshore. Aus der Forschung sind etwa das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt. Als Partnerorganisationen nennt Aquaventus unter anderem den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), den Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV), die Stiftung Offshore-Windenergie und die Gemeinde Helgoland.

Der Verein will die Voraussetzungen für 10.000 MW Erzeugungsleistung für Wasserstoff aus Offshore-Windenergie in der Nordsee und für den Transport per Pipeline an Land schaffen. Langfristig strebt die Initiative eine Produktion von 1 Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr an.
 

Dienstag, 4.08.2026, 13:30 Uhr
Davina Spohn

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