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Fritz Wilhelm
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Mittwoch, 07.12.2022, 14:30 Uhr
IT
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Künstliche Intelligenz zur systematischen Netzüberwachung
Der Software-Hersteller PSI hat eine IT-Lösung zum Erkennen von Anomalien im Netzbetrieb auf den Markt gebracht.
Gezielt auf Störungen zu reagieren und Gefahren, die sich schleichend anbahnen, proaktiv entgegenzutreten – dazu will der Software-Hersteller PSI die Nutzer seiner IT-Lösung in die Lage versetzen. Laut einer Mitteilung des Unternehmens kommt dabei Qualicision-basierte Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Auf der PSI-Internetseite ist zu lesen, Qualicision stehe für qualifizierte Entscheidungsunterstützung in der Optimierung von Geschäftsprozessen.

Die Software mit der Bezeichnung „PSI detect“, die speziell für Netzbetreiber entwickelt wurde, ermögliche erstmals eine systematische Netzüberwachung. Derzeit sei sie für das Aufspüren von Anomalien bei Einspeisern und in Transformatoren im Einsatz – sowohl separat als auch im Systemkontext, wie es weiter heißt.

Die jeweiligen elektrotechnischen Messdaten bezieht die IT-Lösung aus dem Leitsystem. „Um PSI detect anzulernen, werden Trainingsdaten wie historische und synthetisch erzeugte Daten sowie während des Betriebs aktuelle Prozess- und Wetterdaten benötigt“, sagt Stefan Dalhues. Mit diesen Daten werde dann ständig ein Soll-Zustand ermittelt und mit dem Ist-Zustand verglichen, so der Researcher Grid Operations bei der PSI Software AG.

Eine „Ampel“ lasse auf einen Blick eine Einschätzung des Netzzustands zu. „Gelb“ stehe für eine schwache Anomalie oder sich anbahnende technische Probleme. Bei „rot“ liege eine Anomalie beziehungsweise eine Störung vor, heißt es in der Mitteilung. Das System generiere dann automatisch Meldungen für den Systemführer in der Netzleitwarte.
 
Gemeinsame Entwicklung mit Eon
 
Bei der bloßen Meldung soll es nicht bleiben. Eine konkrete Analyse gebe Aufschluss über die tatsächliche Ursache der Meldung. Dabei werde auch untersucht, ob eventuell eine falsche Parametrierung, eine Manipulation der Betriebsmittel oder eine außergewöhnliche „Außensituation“ vorliegt.

„Im Prinzip kann man sich an einem Entscheidungsbaum entlanghangeln, um die Ursache für die Abweichung systematisch einzugrenzen“, erläutert Dalhues.
Zum Einsatz der künstlichen Intelligenz sagt der IT-Spezialist: „Zum einen führt die Software eine physikalische Bewertung des aktuellen Betriebszustandes durch, etwa bei einem Trafo.“ Ausreißer würden dann mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Zum anderen sei die Software in der Lage, Muster zu erkennen und zeitliche Abläufe zu vergleichen. So könne sie auf „schleichende Veränderungen“ hinweisen.

Entwickelt wurde die Software vom Geschäftsbereich „Elektrische Energie“ von PSI in Zusammenarbeit mit Eon. Die Partner sehen sie als „wichtigen Baustein für die Erfüllung des IT-Sicherheitsgesetzes“, demzufolge Netzbetreiber ab Mai 2023 verpflichtet sind, eine Anomaliedetektion für die Leitsystemebene einzusetzen.