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Susanne Harmsen
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Donnerstag, 29.09.2022, 15:53 Uhr
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Zwei Großforschungszentren für das Mitteldeutsche Revier
In Mitteldeutschland entstehen in den kommenden Jahren zwei Forschungsinstitute, die mit insgesamt 2,2 Mrd. Euro bis 2038 gefördert werden. Dies soll den Kohleausstieg abfedern helfen.
Im sächsischen Teil der Lausitz soll ein „Deutsches Forschungszentrum für Astrophysik“ (DZA) gebaut werden und im mitteldeutschen Braunkohlerevier ein „Center for the Transformation of Chemistry“ (CTC). Das gaben Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU) am 29. September in Berlin bekannt.

Als mögliche Standorte für die verschiedenen Teile der Einrichtungen wurden Görlitz, die Umgebung von Bautzen und Delitzsch in Sachsen genannt. Haseloff betonte aber, dass es auch Verbindungen zu den Chemie-Standorten in Sachsen-Anhalt geben werde.

2,2 Mrd. Euro vom Bund

„Die beiden Großforschungszentren werden in der sächsischen Lausitz und dem mitteldeutschen Revier ein unverwechselbares wissenschaftliches Profil entstehen lassen, aber sie werden auch für die Region so wichtige Arbeitsplätze schaffen“, sagte Stark-Watzinger. Allein der Bund werde bis 2038 jedes der beiden Zentren mit mehr als 1,1 Mrd. Euro finanzieren, die Länder geben ebenfalls Geld dazu.

Die geplanten Zentren sind Teil eines Aufbauprogramms im Zuge des beschlossenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung bis 2038. Um die Wirtschaft in den Kohleregionen zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen hatten Bund und Länder milliardenschwere Fördermaßnahmen vereinbart. Beide Konzepte setzten sich im Ideenwettbewerb „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ in der Schlussrunde gegen vier weitere Bewerber durch.
 
v. li. Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger, Ministerpräsident Sachsens Kretschmer und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Haseloff bei der Vorstellung der Forschungszentren
Quelle: BPK

Astronomie und nachhaltige Chemie

Beim DZA sollen unter anderem Datenströme verschiedener astronomischer Observatorien weltweit in Sachsen zusammenlaufen und neue Halbleiter-Sensoren und Silizium-Optiken für Observatorien entwickelt werden. „Dieses Vorhaben bietet große Chancen für Ausgründungen und schafft für Branchen der Hochtechnologie einzigartige Möglichkeiten zur Technologieentwicklung.“, sagte Kretschmer.

Ziel des CTC soll die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Chemie sein, die auf nachwachsenden Rohstoffen oder recycelten Materialien aufbaut. „Eine zirkuläre, nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Chemie auf Basis nachwachsender Rohstoffe und Abfälle wird einen elementaren Beitrag bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes leisten und die Versorgung wichtiger Industriezweige sicherstellen“, lobte Haseloff. Zudem werde das geplante duale Aus- und Weiterbildungsprogramm des CTC wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft und die Fachkräftegewinnung setzen.

Neue Perspektiven für das Braunkohlerevier

Professor Uwe Cantner, Vorsitzender der Kommission für Transfer und Strukturwirkung, erläuterte die Auswahl: „In der Kommission für Transfer und Strukturwirkung haben wir das Potenzial der sechs Konzepte im Hinblick auf Transfer, Organisationsstruktur und erwartete ökonomische Wirkung in der Region bewertet.“

Die ausgewählten Großforschungszentren hätten das Potenzial, exzellente Forschungsergebnisse hervorzubringen und für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. Auf diese Weise sollen sie den Strukturwandel im mitteldeutschen Revier und in der sächsischen Lausitz forcieren und den Menschen vor Ort neue Perspektiven eröffnen.

Informationen zu den Großforschungsinstituten stehen im Internet bereit.