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Katia Meyer-Tien
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Montag, 19.09.2022, 16:18 Uhr
Wasserstoff
E&M News
VDI und VDE sehen Potenzial für Wasserstoffzüge
Etwa 46 % des deutschen Schienennetzes sind nicht elektrifiziert. Hier könnten Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge zum Erreichen der Klimaneutralität beitragen, so die Verbände.
Zu aufwändig, zu kostenintensiv: Das Schienennetz in ganz Deutschland zu elektrifizieren ist schwierig. Mit Kosten von mehr als 1,5 Mio. Euro pro Kilometer rechnet die DB Netz für den Bau von Oberleitungen und die notwendigen Begleitmaßnahmen nach Angaben des Vereins der Ingenieure (VDI) und des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). In einem Positionspapier betonen die Verbände nun die Potenziale von Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen sowie von Batteriefahrzeugen überall dort, wo es Lücken bei der Elektrifizierung gibt.

Nach Angaben des Bündnisses "Allianz pro Schiene" sind bislang rund 54 % des gesamten Schienennetzes in Deutschland elektrifziert. Auf den nicht elektrifizierten Strecken, so Rüdiger Wendt, Mitglied im VDI-Fachbeirat Bahntechnik, könnten Batteriefahrzeuge zum Einsatz kommen, deren Batterie während der Fahrt und im Stillstand geladen werden könnte. Diese hätten allerdings den Nachteil, dass Ihre Reichweite begrenzt sei und die erforderliche Ladezeit betrieblich sinnvoll und zuverlässig realisiert werden müsse. Bei längeren fahrleitungsfreien Abschnitten seien daher Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge vorteilhafter. Diese erreichen Reichweiten von etwa 1.000 Kilometern (wir berichteten).

Angesichts der bislang begrenzten Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff sei es sinnvoll, wenn der Schienenverkehr langfristig seinen Bedarf mit eigenen Erzeugungseinheiten decke und eigene Elektrolyseure einsetze, so Tobias Bregulla, Mitglied im VDE/VDI-Fachausschuss Wasserstoff und Brennstoffzellen. Hierdurch könne sich die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff im Schienenverkehr deutlich verbessern.