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Stefan Sagmeister
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Freitag, 09.09.2022, 16:42 Uhr
Effizienz
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Abwärme beheizt Kindergarten
Im Kindergarten in Rotenburg an der Fulda wird es den Kleinen künftig mit Wärme aus der Kanalisation gemütlich gemacht. Diese könnte bis zu 15 % des Heizbedarfs aller Gebäude decken.
In der hessischen Kleinstadt Rotenburg an der Fulda wird künftig die Abwärme aus dem Abwasser der Kanalisation genutzt. Umgesetzt wird das Projekt vom Unternehmen Uhrig mit Sitz in Geisingen (Kreis Tuttlingen, Baden-Württemberg), nach eigenen Angaben spezialisiert auf Tiefbau, Kanaltechnik, Verdichterbau und Energie aus Abwasser.

Dabei handelt es sich um einer Anlage mit 24 kW Leistung, die im städtischen Abwasserkanal eingebaut wird. Dieser Tage will Uhrig die Installationsarbeiten im öffentlichen Kanalnetz in Rotenburg abschließen. „Dann werden insgesamt 16 Wärmetauschermodule auf dem Boden des Kanals befestigt sein“, hieß es in der Mitteilung. Die Module werden anschließend dauerhaft von Abwasser überströmt und nehmen so kontinuierlich Energie auf.

Geplant und umgesetzt wird das Projekt in Zusammenarbeit mit den lokalen Stadtwerken Rotenburg an der Fulda. Dieses ist in der Region für die Wasser- und Abwasserversorgung zuständig und hat die Anlage auch in Auftrag gegeben. Sie werden diese künftig betreiben und warten.

„Wir haben ein 600.000 km langes Kanalnetz in Deutschland. Das Potenzial der Abwasserwärme ist gigantisch, insbesondere in Städten“, erläutert Stephan von Bothmer von Uhrig. „Es fehlt schlicht an Bekanntheit und Wissen.“

Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen mit über 110 europaweit realisierten Projekten Marktführer. Im Zuge der Energiekrise und der Energiewende im Gebäudesektor nehme die Nachfrage nach Abwasserwärme rasant zu. Laut dem Unternehmen könnten bis zu 15 % des Heizbedarfs in Gebäuden mit Energie aus Abwasser gedeckt werden.
 
Aus dem Kanal wird die Abwärme gewonnen.
Quelle: Uhrig Energie GmbH