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Manfred Fischer
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Montag, 27.06.2022, 13:55 Uhr
Wirtschaft
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Nordex erhält Kapitalstütze in dreistelliger Millionenhöhe
Der Nordex-Großaktionär Acciona stockt das Kapital des Windturbinen-Herstellers um 139,2 Mio. Euro auf.
Der deutsch-spanische Windturbinen-Hersteller Nordex verbucht eine Kapitalerhöhung um knapp 10 %. Wie das Unternehmen mitteilt, erhält der Großaktionär Acciona 16.002.103 neue Aktien. Der Ausgabekurs beträgt 8,70 Euro – der Schlusskurs am 24. Juni. Unter dem Strich bedeutet einen Brutto-Emissionserlös in Höhe von 139,2 Mio. Euro. Die Beteiligung des spanische Mischkonzerns an Nordex steigt um sechs auf fast 40 %.

Mit der Kapitalerhöhung wolle man die Bilanz stärken und das Unternehmen gegen kurzfristige Risiken absichern, heißt es aus Hamburg. Der Windturbinen-Hersteller mit Sitz im Stadtteil Langenhorn schrieb im ersten Quartal dieses Jahres rote Zahlen. Des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit fast 90 Mio. Euro im Minus.

Als Gründe für die negative Entwicklung nannte das börsennotierte Unternehmen die Produktionsumstellung bei Rotorblättern sowie "eine witterungsbedingte geringere Installationsleistung". Zudem verwies es auf die gestiegenen Rohstoff- und Logistikkosten.

Bei Nordex hofft man darauf, dass "die Nachfrage in der Branche langfristig deutlich steigen wird". Die Finanzspritze aus Spanien sieht Nordex-Chef Jose Luis Blanco als "Vertrauensbeweis in das enorme Potenzial der Onshore-Industrie und in unser Unternehmen".

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordex frisches Kapital aufnimmt. Im Juli vergangenen Jahres gaben die Hamburger 42,7 Mio. neue Aktien aus, das Transaktionsvolumen betrug 586 Mio. Euro, rund 197 Mio. Euro machte eine Sachanlage von Acciona aus. Im Dezember davor hatte sich das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung 200 Mio. Euro beschafft.

Der bei Madrid ansässige, im Hoch- und Tiefbau tätige Konzern Acciona hatte seine Windenenergie-Sparte im Herbst 2015 an Nordex abgegeben. Den Kaufpreis bezahlten die Norddeutschen zur Hälfte mit neu herausgegebenen Aktien. Acciona hielt damals einen Anteil von etwa 30 %.