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Georg Eble
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Dienstag, 17.05.2022, 14:54 Uhr
Regenerative
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Enercity übernimmt 60 Windparks eines friesischen Pioniers
Der hannoversche Kommunalversorger rückt auf einen Schlag in den Kreis der größeren Windpark-Betreiber auf dem deutschen Festland auf.
Der Kommunalversorger Enercity aus Hannover hat von den Eigentümern der Norderland-Gruppe aus dem ostfriesischen Westerholt das Windkraft-Portfolio „Horizon“ erworben. Es besteht aus 60 Onshore-Windparks mit 166 Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von 365 MW, geht aus einer Mitteilung der vormaligen Stadtwerke Hannover über den Vertragsabschluss vom 16. Mai hervor.

Enercity verdoppelt mit dem Kauf seine Windkraftleistung auf 712 MW und rückt damit nach eigener Einschätzung zur "Spitzengruppe im deutschen Onshore-Windmarkt" auf. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart; der Deal steht auch unter Kartellvorbehalt.

Zur bisherigen Enercity-Ökostromproduktion pro Jahr kommen 767 Mio. kWh hinzu, das entspricht bilanziell dem Bedarf von 240.000 Haushalten. Der Hannoveraner Erzeugungsmix wird damit mehrheitlich grün. Enercity-Chefin Susanna Zapreva bekräftigte das Unternehmensziel, bis 2030 den erneuerbaren Anteil an der Stromproduktion auf 85 % zu steigern.

Der Großteil der 60 erworbenen Windparks liegt küstennah mit "besten" Windverhältnissen im Nordwesten Niedersachsens. Weitere Anlagen stehen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der in der Mehrheit junge Anlagenbestand verfügt zudem über ein hohes Repowering-Potenzial.

Die bisherigen Eigentümer zählen zu den Pionieren der Windenergie in Deutschland. Sie haben das Portfolio seit Anfang der 90er-Jahre aufgebaut. Die "Horizon"-Verwaltung in Westerholt soll bestehen bleiben und künftig mit der "Enercity Erneuerbare" im nahen Leer zusammenarbeiten.