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Peter Koller
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Freitag, 14.01.2022, 11:54 Uhr
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Stromnachfrage treibt 2021 auch die Emissionen nach oben
Die globale Wirtschaftserholung im vergangenen Jahr hat zum stärksten Anstieg der Stromnachfrage bislang geführt, so die IEA. Das hatte fatale Folgen für Preise und Emissionen.
Die weltweite Nachfrage nach Strom ist im vergangenen Jahr um 6 % angestiegen, der stärkste prozentuale Zuwachs seit 2010. In absoluten Zahlen ist die Nachfrage um 1.500 Mrd. kWh gewachsen. Das sei der größte jemals verzeichnete Zuwachs gewesen, so die Internationale Energieagentur IEA in ihrem "Electricity Market Report − January 2022".

Auslöser für den Anstieg waren laut der IEA die wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Schock des Jahres 2020 sowie Wetterextreme und ein eher kalter Winter. Die Auswirkungen des großen Strombedarfs ließen sich an den Märkten deutlich ablesen: Der IEA-Preisindex für Strom an den wesentlichen Märkten hat sich im Vergleich zu 2020 nahezu verdoppelt und lag 64 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2020.

"Die starken Preisausschläge nach oben belasten viele Haushalte und Unternehmen und drohen zu einem Auslöser von sozialen und politischen Spannungen zu werden", warnte IEA-Chef Fatih Birol. Höhere Investitionen in CO2-arme Stromerzeugung und Netzinfrastrukturen seien notwendig, um diesen Gefahren zu begegnen. Angesicht der Zeit, die solche Veränderungen brauchen, drohten aber auch in den nächsten drei Jahren Verwerfungen auf den Strommärkten.

Das gelte auch für die Emissionen aus der Stromerzeugung, die 2021 um rund 7 % zugelegt hätten. Grund dafür ist, dass der stark steigende Bedarf vielfach nur durch fossil betriebene Kraftwerke gedeckt werden konnte. So sei etwa die Stromerzeugung aus Kohle 2021 um 9 % angestiegen. 

Für den Zeitraum 2022 bis 2024 erwartet der Report einen durchschnittlichen jährlichen Zuwachs der Stromnachfrage um 2,7 %. Der Ausbau der Erneuerbaren-Erzeugung soll jährlich um 8 % steigen und so den Nachfragezuwachs zu etwa 90 % abdecken, so die IEA. Angesichts anhaltender Unsicherheiten durch die Covid-Pandemie und volatile Märkte seien diese Zahlen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. 

Der "Electricity Market Report - January 2022" kann von der Webseite der IEA heruntergeladen werden.
 
Entwicklung der globalen Stromnachfrage
Quelle: IEA