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Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
Peter Koller
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Dienstag, 30.11.2021, 13:51 Uhr
Stromnetz
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Kryptominer legen Stromnetz in Kasachstan lahm
Nachdem China im Mai 2021 das Mining von Kryptowährungen verboten hat, sind viele einschlägige Unternehmen nach Kasachstan abgewandert − und sorgen dort nun für Probleme im Stromnetz.
Laut einem Bericht der Financial Times sind seit dem Kryptoverbot in China rund 88.000 sogenannter Mining Rigs − speziell für das Schürfen von Kryptowährungen hochgezüchtete Computer − nach Kasachstan gewandert. Das habe in etlichen Regionen des Landes bereits zu Netzausfällen geführt.

Bei drei Kohlekraftwerke des Landes soll der Strombedarf der Rigs sogar schon zu Notabschaltungen geführt haben. Der Netzbetreiber Kazakhstan Electricity Grid Operating Company (KEGOC) kündigte daraufhin an, den Strom für 50 registrierte Kryptominer rationieren zu wollen. Ein entscheidendes Problem scheint aber zu sein, dass es eine sehr viel größere Zahl an illegalen, nicht registrierten Schürfern gibt, die das Netz belasten.

Grundsätzlich scheint die kasachische Politik den Kryptominern gegenüber aber aufgeschlossen zu sein. Obwohl nun eine gesetzliche Begrenzung der Stromzufuhr für Kryptounternehmen auf 100 MW im Gespräch ist, erklärte Kasachstans Energieminister Magzum Mirzagaliyev bei einem Treffen mit Branchenvertretern, dass Mining-Unternehmen keine weiter reichenden Begrenzungen zu fürchten hätten: "Angesichts des großen Potenzials der Blockchain-Branche ist es notwendig, die Kräfte zu bündeln, um sie weiterzuentwickeln." Er sei für Dialog und wolle gemeinsam mit den registrierten Minern nach Lösungen suchen, um die Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu gewährleisten.

Laut der kasachischen Energiebehörde wuchs der Strombedarf des Landes durch den Zuzug der Mining-Unternehmen im Jahresvergleich um rund 8 Prozent oder 1.000 bis 1.200 Megawatt − etwa der Leistung eines Atomkraftwerks. Und genau ein solches soll nun eventuell in Kasachstan für den erhöhten Strombedarf gebaut werden, wie Staatspräsident Qassym-Schomart Toqajew kürzlich ankündigte.