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Susanne Harmsen
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Freitag, 12.11.2021, 16:35 Uhr
Regenerative
E&M News
20 Stadtwerke und Trianel bauen erneuerbare Erzeugung aus
Mit der Gründung der "Trianel Wind und Solar" setzten das Energieunternehmen und 20 Stadtwerke in Heidelberg ein feierliches Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung.
Am 11. und 12. November 2021 fanden die Gründungsfeier und eine Gesellschafterversammlung der Trianel Wind und Solar GmbH & Co. KG in Heidelberg statt. "Rund ein Jahr nach der formalen Gründung und dem zwischenzeitlichen Aufbau eines breiten Entwicklungsportfolios der Trianel Wind und Solar setzen die 20 beteiligten Stadtwerke mit der feierlichen Gründungsfeier in der Klimastadt Heidelberg ein Zeichen für mehr Klimaschutz", sagte Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke-Kooperation Trianel.

Die Trianel Wind und Solar ist bereits die fünfte Trianel-Projektentwicklungsgesellschaft, in der gemeinsam mit Stadtwerken der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangebracht werde, sagte Becker. "Die neue Gesellschaft verdeutlicht das Engagement von Stadtwerken, den deutschen Strommix aktiv zu dekarbonisieren und ihrer Verantwortung für mehr Klimaschutz lokal, regional und national gerecht zu werden", würdigte er. "Die derzeit angekündigten Vereinfachungen bei den Genehmigungsverfahren oder auch die Bereitstellung von mehr Flächen für den Ausbau von Wind- und Solarparks ermutigen uns", so Becker mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin.
 
350 MW bis 2030 in Planung

Trianel Wind und Solar plant den Aufbau von 350 MW Wind- und Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland bis 2030. Die Stadt Heidelberg ist einer der ersten Partner der neuen, bundesweiten Gesellschaft Trianel Wind und Solar. Sie beteilige sich mit einem Anteil von fast 7 % über die Stadtwerke Heidelberg daran. Insgesamt wollen die Partner rund 500 Mio. Euro investieren. Zum Kreis der 20 Gesellschafter gehören neben Heidelberg auch Stadtwerke aus Bonn, Bochum, Jena und der Region Allgäu.

Bei der Gesellschafterversammlung am 12. November haben die beteiligten Unternehmen bereits über erste gemeinsame Projekte diskutiert. "In den letzten Monaten haben wir bereits ein breites Standortportfolio mit Trianel entwickeln können", sagte Markus Hakes, Geschäftsführer der Trianel Wind und Solar. In Summe verfüge das neue Unternehmen schon nach einem Jahr über ein gut gefülltes Entwicklungsportfolio, das in den kommenden Jahren zu reifen Projekten entwickelt werde.

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) zeigt anlässlich der Gründungsfeier in Heidelberg den Beitrag der Trianel Wind und Solar auf dem Weg der Stadt zur Klimaneutralität auf: "Wir wollen als Stadt schnellstmöglich klimaneutral werden – klimaneutrale Energieproduktion gehört dabei zu den wichtigsten Eckpfeilern". Wind- und Solarenergie eigneten sich am besten. Im Stadtgebiet fehlten dafür aber schlicht geeignete Flächen. "Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass wir über unsere Stadtwerke mit der Trianel Wind und Solar dort in Anlagen investieren können, wo passende Flächen zur Verfügung stehen", sagte Würzner.
 
Der TEE Solarpark Suedwestpfalz
Quelle: Trianel
 
"Die Trianel Wind und Solar bietet uns als Stadtwerk eine hervorragende Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren", lobte Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. Die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg werden über die Kooperation Sonnen- und Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 14 MW bis 2024 umsetzen. Damit können umgerechnet weitere 13.000 Haushalte, also jeder sechste Haushalt in Heidelberg, mit grünem Strom versorgt werden. Zugleich spare Heidelberg weitere 15.300 Tonnen CO2 pro Jahr bis 2024 ein.

Zusätzlich PV auf die Heidelberger Dächer

Bis 2030 ist über die neue Gesellschaft sogar ein Wind- und Sonnenenergie-Ausbau für Heidelberg von rund 24 MW geplant. "Die Rolle der Stadtwerke ist zentral für die Erlangung der Klimaneutralität. Das Gros der CO2-Emissionen findet schließlich in den Kommunen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr statt. Wir freuen uns, mit unserer Expertise die Stadtwerke auf dem Weg zur Klimaneutralität begleiten zu dürfen", sagte Sven Becker. Mindestens 5 MW Leistung werden die Stadtwerke Heidelberg im Auftrag der Stadt bis 2025 zusätzlich auf Gebäuden der Stadt oder der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGH bauen.

Private und gewerbliche Immobilienbesitzer werden ebenfalls in den Ausbau einbezogen. Bei allen neuen Stadtentwicklungsmaßnahmen und Grundstücksverkäufen gilt eine verbindliche Solarpflicht, um sicherzustellen, dass auf allen Neubauten Solaranlagen realisiert werden. Unterstützend bietet die Stadt Heidelberg eine umfassende Beratung zur regenerativen Energieerzeugung und Effizienzverbesserung an und fördert die Installation und Inbetriebnahme von Solaranlagen auf Dachflächen, Gründächern und Fassadenflächen über das Programm "Rationelle Energieverwendung" zudem finanziell.