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Quelle: Daimler
Günter Drewnitzky
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Mittwoch, 27.10.2021, 14:41 Uhr
Elektromobilität
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E-Busse kommen wieder auf die Straße
Für viel Verunsicherung bei Verkehrsbetrieben und Stadtwerken hatte der Brand eines E-Busses Ende September in Stuttgart gesorgt. Jetzt scheint sich die Lage zu entspannen.
Das Großfeuer im Depot der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) hatte eine Abstellhalle und 25 Busse zerstört. Nach der Auswertung der Daten der Brandmeldeanlage wird ein Elektrobus, ein „eCitaro“ der Daimler-Tochter „EvoBus“, als Ausgangspunkt des Brandes vermutet. Daraufhin waren in München, Reutlingen und Regensburg Fahrzeuge derselben Baureihe vorsichtshalber stillgelegt worden. In Wiesbaden zog man diesen Schritt in Erwägung.

Jetzt scheint sich die Situation wieder zu normalisieren: Daimler hat offenbar Dokumente und Herstellerangaben zu den verbauten Batterien überprüft und Entwarnung gegeben. Die beiden Reutlinger Busse gingen nach kurzer Zeit wieder auf Tour, die sechs E-Busse in Regensburg folgten am 19. Oktober.

„Wir haben ausführlich mit dem Hersteller gesprochen und dieser hat uns in mehreren Analysen die Unbedenklichkeit versichert. Damit sehen wir uns nun in der Lage, die Busse wieder vollständig in den Betrieb zu integrieren“, erklärte Manfred Koller, der Geschäftsführer beim Stadtwerk Regensburg. Seit Ende Juni sind die sechs E-Busse im Linienverkehr unterwegs. Bisher gab es nach Angaben des Stadtwerks keinerlei Probleme mit ihnen, weder im Betrieb noch beim Laden.

Auch München startet wieder durch

Eine Woche später startete jetzt auch die E-Flotte in München mit neun Fahrzeugen wieder durch. Sie werden planmäßig auf den innerstädtischen Routen 100 (Museumslinie) und 58/68 (City-Ring) eingesetzt. Wie es in einer Mitteilung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) heißt, hatte es wegen der Gefahr einer Überhitzung bereits im Frühjahr einen Rückruf bei baugleichen Modellen gegeben.

Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung, erklärte: „Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Daher freuen wir uns, dass wir in sehr konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Hersteller klären konnten: Die Gefahr einer Überhitzung der Batterie kann bei den Fahrzeugen, die wir vorsorglich außer Betrieb genommen haben, ausgeschlossen werden.“

Auch in Wiesbaden war man nach dem Brand in Stuttgart hellhörig geworden. Kein Wunder, hat man doch fast 50 E-Citaros im Dienst. Allein die hohe Zahl dürfte einer der Gründe sein, warum man sich dafür entschieden hat, die Fahrzeuge weiterlaufen zu lassen. Wie ein Sprecher der Eswe Verkehrsgesellschaft gegenüber der Redaktion erklärte, habe man sich eng mit der Firma Daimler abgestimmt, die wiederum mit den Batterieherstellern in Kontakt stand. Gleichzeitig wurde aber auch das Thema Sicherheit großgeschrieben: Es erfolgten Absprachen mit Tüv und Feuerwehr.

Von allen Seiten habe es schließlich grünes Licht für den Weiterbetrieb gegeben. Man wolle aber weiter Vorsicht walten lassen. Und: Es bleibe Ziel, den gesamten Busverkehr auf emissionsfreien Betrieb umzustellen. Neben Elektrobussen sind dafür auch Brennstoffzellenfahrzeuge eingeplant. 

In Stuttgart können nach Angaben der SSB keine E-Busse mehr eingesetzt werden, weil bei dem Brand auch die Ladestation zerstört wurde.