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Davina Spohn
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Dienstag, 26.10.2021, 11:29 Uhr
Klimaschutz
E&M News
Unternehmen investieren zunehmend in Klimaschutz
Die deutsche Industrie wendet zunehmend Geld für Klimaschutzmaßnahmen auf. Innerhalb einer Dekade haben sich die Investitionen in diesen Bereich mehr als verdoppelt.
Für Anlagen zur Vermeidung von Emissionen oder zu einer schonenderen Ressourcennutzung haben die Unternehmen des produzierenden Gewerbes, das Baugewerbe ausgenommen, im Jahr 2019 rund 3,46 Mrd. Euro in die Hand genommen. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2009 (1,63 Mrd. Euro). Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis), bei der rund 8.000 Betriebe des Produzierenden Gewerbes sowie des Dienstleistungsbereiches in Deutschland Angaben zu ihren umweltschutzbezogenen Maßnahmen gemeldet haben.

Auch im Verhältnis zu den Gesamtinvestitionen der Unternehmen registriert Destatis eine Zunahme bei den getätigten Klimaschutz-Investitionen: So fielen 3,6 % der Gesamtinvestitionen 2019 auf den Klimaschutz. 2,6 % waren es 2009.

Von den vor zwei Jahren in den Klimaschutz investierten 3,46 Mrd. Euro profitierten laut Destatis im Wesentlichen drei Blöcke: Mehr als die Hälfte (1,81 Mrd. Euro) floss in Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Ein Drittel (1,14 Mrd. Euro) wurde in die Steigerung der Energieeffizienz und Energieeinsparung investiert, etwa in Wärmedämmung von Gebäuden oder Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Rund 500 Mio. Euro schließlich kamen Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgasen zugute. Dazu zählt Destatis etwa den Austausch herkömmlicher Klima- und Kälteanlagen durch Anlagen mit halogenfreien und damit klimafreundlichen Kältemitteln.

Klimaschutz zunehmend als Wirtschaftsfaktor

Mit Blick auf die Umsätze, die mit entsprechenden Waren und Dienstleistungen erzielt wurden, verweisen die Wiesbadener Statistikerinnen und Statistiker auf den zunehmenden Wirtschaftsfaktor des Klimaschutzes. Rund 44,1 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftete demnach das Produzierende Gewerbe und der Dienstleistungsbereich mit Klimaschutzprodukten im Jahr 2019. Gegenüber dem Vorjahr ist dies zwar ein leichter Rückgang um 3,4 %, im Vergleich zu 2009 handelt es sich jedoch um einen Anstieg von 61 %, schreibt Destatis. 

Mehr als die Hälfte des Umsatzes (57 % oder 25,1 Mrd. Euro) entfielen auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Energiesparmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechnik (10,4 Mrd. Euro) sowie die Wärmedämmung von Gebäuden (5,2 Mrd. Euro). Weitere 38,8 % (17,1 Mrd. Euro) des Umsatzes entfielen auf Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Besonders bedeutend ist hier laut Destatis die Herstellung und Installation von Windkraftanlagen (9,6 Mrd. Euro).