EDITORIAL:

Von umstrittenen Nordlichtern und schweren Spulen


Es ist wohl - neben der Nutzung von Atomkraft - die umstrittenste Technologie im Kampf gegen die Klimakatastrophe: CCS.

Die Abkürzung steht für Carbon Capture and Storage, also die Abscheidung und Speicherung von CO2. Doch so faszinierend die Vorstellung ist, klimaschädliches CO2 am besten gleich am Kraftwerkskamin abzugreifen und gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen zu lassen - in der Praxis sieht die Situation wesentlich komplizierter aus.

Aber wie heißt es so schön: Versuch macht kluch…. Daher ist es wohl zu begrüßen, dass Norwegens Regierung von der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA die Erlaubnis bekommen hat, das CCS-Großprojekt “Northern Lights” mit 2,1 Mrd. Euro zu subventionieren. Das Projekt soll eine Infrastruktur für die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von verflüssigten CO2-Emissionen im norwegischen Küstenschelf schaffen. 

Dass der Umbau unseres Energiesystems zu mehr Klimafreundlichkeit ein “schweres” Geschäft ist, hat sich kürzlich auch wieder im niederbayerischen Pleinting gezeigt. Im dortigen Umspannwerk hat das Bayernwerk eine 180 Tonnen schwere Kompensationsspule im Format eines Güterwaggons installiert. Was die Spule macht? Sie kompensiert unerwünschte Blindleistung, die beim Netzbetrieb entsteht und die Stromverteilung behindert. Eine Aufgabe, die mit der dezentralen Einspeisung von erneuerbarem Strom immer wichtiger wird.

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Peter Koller
Redakteur
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