EDITORIAL:

Gewohnte Pleiten


Erschreckenderweise hat man sich an diese Art von Nachricht schon gewöhnt: Ein Energielieferant ist insolvent. So nun auch passiert beim Osnabrücker Energieversorger Energycoop. Warum? Die Verantwortlichen haben sich schlicht verkalkuliert. Die Einkaufspreise seien gestiegen, hätten aber aufgrund von Festpreisverträgen nicht weitergegeben werden können. So die lapidare Begründung des Unternehmens. Gefühlt geht mittlerweile jeden Monat ein Strom- oder Gaslieferant pleite. Allein mit Energycoop, Bayerischer Energieversorgungsgesellschaft (BEV) und Deutscher Energie sind es 2019 schon drei Stück. Wegen der seit vergangenem Jahr gestiegenen Großhandelspreise werden wohl noch einige Unternehmen folgen. Wie man sich als Energiekunde davor schützen kann? Eigentlich gar nicht. Hm.

Die Offshore-Windbranche findet sich ebenfalls – im wahrsten Sinn des Wortes – in stürmischen Gewässern wieder. Und das hingegen ist doch erstaunlich. Für Windenergie, gewonnen auf hoher See, ist der Bedarf eigentlich vorhanden. Die teuer errichteten Netzstationen zum Einsammeln des Windstroms in der Nord- und Ostsee haben ebenfalls noch Kapazität. Die Bundesregierung will aber wie in der zurückliegenden Legislaturperiode an dem Ausbauziel von 15 000 Megawatt bis zum Jahr 2030 festhalten, kritisiert das Industrienetzwerk WAB e.V. „Da in den kommenden drei Jahren vor den deutschen Küsten kaum noch Windenergieanlagen gebaut werden, muss sich die Politik die Frage gefallen lassen, wie die Unternehmen das durchhalten sollen“. Gute Frage.

Nun zu etwas ganz anderem: Die Münchner Berater der K.Group haben in Hamburg einen neuen Standort eröffnet. An die Elbe wechseln drei Energie-Experten vom dänischen Beratungsunternehmen Ramboll unter das Dach der K.Group, heißt es. Mit dem Experten-Trio wird das Münchner Beratungsunternehmen nicht nur räumlich in den Norden expandieren, sondern seine Kompetenzen auch in den Bereichen On- und Offshore-Windenergie, Planung und Steuerung im Rechnungswesen und Controlling sowie Supply Chain-Management vertiefen. Viel Erfolg!

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Stefan Sagmeister
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