EDITORIAL:

Einigung in Hamburg


In Hamburg ist nach Langem hin und her endlich eine Entscheidung gefallen: die Rekommunalisierung des Fernwärmenetzes wird künftig ohne Vattenfall weiter vorangetrieben. Der Konzern verkauft das Hamburger Fernwärmenetz.

Für die Stadt war es „keine leichtfertige, aber eine umfassend abgewogene Entscheidung“, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka ließ hingegen mitteilen: „Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir gern gemeinsam mit der Stadt am Umbau des Fernwärmesystems hin zu umweltverträglicher Wärmeerzeugung und zunehmender Integration erneuerbarer Energien weitergearbeitet hätten.“ Nun aber wolle man die Entscheidung respektieren und „alles tun, um einen reibungslosen Übergang des Unternehmens an die Stadt sicherzustellen“.
Ein Volksentschied aus dem Jahr 2013, der sich klar für ein rekommunalisiertes Netz aussprach, hatte die ganze Debatte in Hamburg damals in Gang gebracht.

Endlich in Gang bringen will hingegen Innogy ganz etwas anderes: Vor allem in dicht besiedelten Metropolregionen fehlt den Besitzern von Elektroautos oft ein fester Stellplatz mit Lademöglichkeit. Lösungen für dieses Problem will Innogy in ihrem Projekt „Elektromobilität in Metropolen – Schnelles Laden für den urbanen Alltag“ entwickeln.

Einen Ansatz hat das Unternehmen gemeinsamen mit den Stadtwerken Duisburg in Form des bundesweit ersten Ladeparks kürzlich vorgestellt. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen A42 und A59 und kombiniert vier Gleichstrom-Schnellladestationen mit je 150 kW Leistung sowie eine Batteriestation mit 210 kWh Kapazität über ein intelligentes Energiemanagement. Wir sind gespannt, welche Erkenntnisse sich daraus ergeben. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

Mit Herausforderungen ganz anderer Art hat derzeit Belgien zu kämpfen: Der Ausfall eines großen Teils der belgischen Kernkraftwerke hat in dem Land zu einem drastischen Anstieg der Börsenstrompreise geführt.

Für die Lieferung von einer Megawattstunde im November werden inzwischen nahezu 150 Euro bezahlt - doppelt so viel wie Anfang August. In den Nachbarländen (F, D, NL) bewegen sich die Notierungen für November weiter zwischen 63 und 79 Euro.

Klar ist inzwischen, dass die belgischen Verbraucher mit höheren Preisen rechnen müssen. Für 40 % steigen die Preise unmittelbar mit den Großhandelspreisen. 60 % der Kunden haben Festpreise, die zunächst nicht angehoben werden können. Neue Festpreisverträge (für 3 500 kWh) sind jedoch schon 110 bis 125 Euro im Jahr teurer als vor einem Monat. Auch zu diesen Entwicklungen halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, ebenfalls auf dem Laufenden.

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Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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