EDITORIAL:

Der große und der kleine Rahmen


Es muss ein Ruck durch dieses Land gehen. Das hat ja schon der damalige Bundespräsident Roman Herzog gesagt, und dieser Ruck ist auch im Hinblick auf die Energiewende nötig. Es hakt immer noch bei vielen Dingen, es wird immer noch viel diskutiert, aber immer noch herzlich wenig unternommen.

Um das große Ganze zu beleuchten, hat die Monopolkommission ihr Sondergutachten „Energie 2017: Gezielt vorgehen, Stückwerk vermeiden“ vorgelegt. Darin kommen die Experten zu dem Schluss, dass die Energiewende Deutschland vor „große Herausforderungen“ stellt. Angesichts dieser Erkenntnis muss man erst einmal schwer durchatmen, doch dann wird kleinteilig nachgelegt: Man müsse ein wenig am Emissionshandel arbeiten, die Sektorenkopplung soll verbessert werden. An der Ausschreibungen für Erneuerbaren-Projekte könnte man auch etwas ändern, das Regulierungssystem für die Verteilnetze sollte überdacht werden. Viele, zum Teil sogar gute Vorschläge, die aber womöglich erst einmal in Arbeitskreisen enden und vor der Umsetzung in eine andere Richtung diskutiert wurden.

Zugegeben, der Regulierungsrahmen ist ein komplexes Thema. Aber wie soll die Energiewende umgesetzt werden? Vielleicht indem man die Wende selbst vorantreibt, und es kann ja wohl keinen besseren Ort dafür geben als Berlin. Die dortigen Stadtwerke wollen kräftig in erneuerbare Energielösungen investieren und haben dafür eine Vertriebskampagne gestartet. Der Slogan „Wir sind das Volt“ ist zwar etwas holprig und bemüht, aber wenigstens packt mal jemand an und redet nicht nur darüber.

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Andreas Kögler
Redakteur und CvD von E&M powernews
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