DIREKTVERMARKTUNGS-UMFRAGE 2019 von Energie & Management



Beim Ringen um Marktanteile bei der Direktvermarktung hat es im vergangenen Jahr wieder so einige Überraschungen geben, wie die mittlerweile 11. E&M-Branchenerhebung zeigt.

 

 

Die ausführliche Auswertung der jüngsten E&M-Umfrage zur Situation bei der Direktvermarktung plus Übersicht der gemeldeten Portfolios finden Sie zur Bestellung in unserem Online-Shop.

Welch ein Absturz: Noch im vergangenen Sommer hatte Energie & Management Statkraft Markets anlässlich der 10. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung mit den Kickern des FC Bayern München verglichen. Die Deutschland-Dependance des norwegischen Energiekonzerns hatte quasi wie „ein Seriensieger“ unnachahmlich bei allen E&M-Erhebungen die Nase vorn gehabt.
Wie der FCB in der Hinrunde der laufenden Bundesligasaison hat auch Statkraft zum Jahreswechsel deutlich geschwächelt: Zum 1. Januar waren bei dem Unternehmen nur noch 9.901 MW zur Direktvermarktung unter Vertrag, ein Minus von knapp 22 % im Vergleich zum Jahresende 2019. Was in absoluten Zahlen immerhin 2.746 MW ausmacht. Nie hat es bislang einen größeren Schwund bei allen bisherigen E&M-Umfragen im Direktvermarktungsbereich gegeben.


Im Gegensatz zu den Bayern-Kickern ist Statkraft aber − wenn auch arg zerrupft − nach wie vor die Nummer eins unter den heimischen Direktvermarktern. Was Andreas Bader, der die Abteilung Vertrieb und Produktentwicklung leitet, nur bedingt trösten mag. Aus dem Grund für das große Minus macht er kein Geheimnis: „Wir haben insbesondere die Lastgänge der von uns betreuten Windparks analysiert und gesehen, dass die finanziellen Erträge oft genug nicht optimal waren.“ Das neue „Bepreisungsmodell“ hat eine Reihe von Windmüllern nicht goutiert − sie wechselten zu anderen Anbietern.
Bei der Frage, ob das im vergangenen Herbst von der Bundesnetzagentur eingeleitete Verfahren wegen Bilanzkreisverletzung dem Unternehmen weitere Kunden gekostet habe, heißt es bei Statkraft auffallend zurückhaltend: „Unseres Erachtens hatte dies keinen Einfluss auf die Entscheidungen unserer Kunden.”


Unabhängig von der Auseinandersetzung mit der Bonner Behörde ist es klares Ziel von Statkraft Markets, bei der Direktvermarktung weiter zu wachsen − „und zwar profitabel“. Dass die Direktvermarktung erneuerbarer Energien in einer Reihe von EU-Ländern an Fahrt gewinnt, kommt den Norwegern angesichts der fehlenden Wachstumsdynamik in Deutschland entgegen. Aber auch außerhalb der EU wächst nach Baders Worten das Statkraft-Portfolio. Bestes Beispiel dafür ist Indien: Hier allein betreuen wir einen Pool von rund 10.000 Megawatt.“