DAS E&M KLEINWINDJOURNAL

Raus aus dem Windschatten

Mitte der 1980er-Jahre ist Aloys Wobbens erste Windenergieanlage kurz hinterm Deich bei Norden-Norddeich in Betrieb gegangen. 55 kW Leistung hat der Enercon-Chef aus seiner damaligen Hightech-Mühle herauskitzeln können. Die E-15 auf einem 18 Meter hohen Mast und mit 30 Metern Gesamthöhe galt damals als Riese in der kleinen Windkraftbranche hierzulande. Dass die Generatorleistung heute bei den neuen Modellen an Land die Schwelle von 5 MW bei deutlich über 200 Meter Gesamthöhe überschritten hat, zeigt eindrucksvoll, welche technologische Entwicklung die Windkraft innerhalb von weniger als einer Generation geschafft hat. Dabei ist fast in Vergessenheit geraten, dass es weiterhin auch wirkliche Kleinwindanlagen gibt.

Diese „Minis“ sind mehr oder weniger im Windschatten der Großwindanlagen verschwunden, von Anwendern, Energiewirtschaft und Politik weitestgehend ignoriert. Über die Gründe zu lamentieren, ist müßig. Wichtig ist aber vielmehr, dass es für die Kleinwindtechnologie auch hierzulande so etwas wie Licht am Ende des Tunnels gibt: Im Zusammenspiel mit der Photovoltaik und der Speichertechnologie eröffnen sich für die „Minis“ neue interessante Anwendungsmöglichkeiten. In dieser Kombination kann der Wunsch vieler Bundesbürger nach weitgehender Energieautarkie leichter Wirklichkeit werden.



Und noch eine Entwicklung lässt hoffen: In jüngster Zeit hat es gleich mehrere Anbieter gegeben, die die Größenklasse 100 bis 749 kW (wichtige Grenze, weil alle leistungsstärkeren Windkraftanlagen an den Ausschreibungen teilnehmen müssen!) wiederentdeckt haben.

Diese Mühlen eigenen sich für gewerbliche und auch industrielle Anwender, um einen wesentlichen Teil ihres Strombedarfs selbst zu erzeugen. Diese „Sub-Megawattklasse“, aus der sich die etablierten Windturbinenhersteller längst zurückgezogen haben, bietet jedenfalls ganz neue Perspektiven − vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Damit steht die Kleinwindbranche vor neuen Herausforderungen: Sie muss Anlagen zwischen 1 und 749 kW Leistung begrifflich unter einen Hut bringen.

Mit „Kleinwind“ allein lässt sich diese Bandbreite nicht abdecken. Gesprächsstoff genug für „The- Smarter-E- Europe“-Messe in München, wo sich eine Reihe von Kleinwindanlagenherstellern trifft. Dieses Event nutzt auch E&M als Plattform, um erstmals dieses Kleinwind-Journal herauszugeben. Verbunden ist damit die Hoffnung, die immer größer werdende Bandbreite im Kleinwindsektor zumindest ein Stück aus dem medialen Windschatten herauszuholen.

Bereits Ende der 1980er-Jahre hatten sich Aktivisten auch für eine nachhaltige Mobilität stark gemacht. Mittlerweile hat es dieses Thema bis in die Köpfe von Politikern, Lenkern von Autokonzernen und Gesellschaft geschafft. Hoffentlich dauert es bei der Kleinwindtechnologie nicht auch fast drei Jahrzehnte bis zum Durchbruch. 

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INHALTE DES E&M KLEINWINDJOURNALS

Perspektiven der Kleinwindanlagen

Bundesverbands-Vorsitzender Stephan
Schwartzkopff im E&M-Gespräch

Die Großen unter den Kleinen

Die „leere Mitte“ zwischen 100 und 749 kW
Leistung füllt sich wieder



Der Kleinwindmarkt

Worauf Käufer unbedingt achten müssen
und die wichtigsten Hersteller im Überblick

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