DAS E&M KLEINWINDJOURNAL 2020

Kleinwindpotenziale endlich nutzen

Die Kleinwindkraftbranche hat zwei Asse im Ärmel: 1. Eine hohe Selbstversorgung einzelner Gebäude mit sauberem Strom gelingt übers Jahr nur mit der Kleinwindkraft. In unserer Klimazone ist die Solarstrahlung im Winter zu schwach. Stromspeicher zur Überbrückung mehrerer Wochen sind zu teuer. 2. Kleinwindanlagen haben keinen Einfluss auf das Landschaftsbild und erfahren deshalb eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die Masthöhe ist baurechtlich auf 50 Meter Gesamthöhe (höchste Flügelspitze) begrenzt. In der Praxis sind die meisten Anlagen keine 30 Meter hoch. Zusätzlich führen die schmalen Rotorblätter zu einem optisch unscheinbaren Gesamtbild. Auch die politischen Rahmenbedingungen sind gut. Sowohl die EU als auch die Bundesregierung haben sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien ambitionierte Ziele gesetzt. Die Kleinwindkraftbranche kann mit ausgereifter Anlagentechnik überzeugen, was auch für Anlagen in der Medium- Size-Klasse bis 750 Kilowatt gilt.

Vor diesem Hintergrund müsste diese Branche schneller wachsen als in den vergangenen Jahren. Welche Aufgaben gilt es also zu meistern? Im Rahmen der Genehmigung verzögern sich Projekte noch zu oft oder werden abgelehnt. Klimapolitische Vorgaben werden von manchen Bauämtern hintenangestellt. In vielen Genehmigungsbehörden herrscht Unsicherheit beim Thema Kleinwindkraft.

Megawatt und Kleinwindanlagen werden gern in einen Topf geworfen. Juristisch ist das nicht haltbar. Was müssen wir tun, damit kleine und mittelgroße Windkraftanlagen für die dezentrale Objektversorgung als Teil einer klimafreundlichen Energieversorgung verstärkt zum Zuge kommen? Offensichtlich sind die Vorteile der Kleinwindkraft in manchen Köpfen noch nicht angekommen. Anhand von Referenzprojekten gilt es zu zeigen, dass es sich um optisch unauffällige Anlagen der Selbstversorgung handelt: die perfekten Partner von Photovoltaik und Stromspeichern mit großem Potenzial für den lokalen Klimaschutz.

Wirtschaftlich sinnvolle Alternativen sind vor allem die Windanlagen für Gewerbe- und Industrieunternehmen. Die Branche muss dabei auch auf Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung zugehen. Dazu gehört die Einladung zur Besichtigung von den technisch hochwertigen Kleinwindanlagen. 

Wer mit Betreibern solcher Anlagen spricht, bekommt oft zu hören, sie seien das Lieblingsobjekt im gesamten regenerativen Kraftwerkspark − auch bei Besuchern und Kunden. Ja, die Photovoltaikanlage ist meistens wirtschaftlicher, Planung und Installation sind schneller realisiert. Aber die Solarenergie ist Allgemeingut und weckt nicht so sehr das positive Interesse wie eine kleine Windturbine.

Ein realistisches Bild über Kleinwindkraft in Politik und Verwaltung ist die Voraussetzung für bessere baurechtliche Rahmenbedingungen. Die Genehmigungspraxis muss sich stärker an klimapolitischen Vorgaben orientieren. Wer den Wunsch nach Selbstversorgung mit sauberer Energie in der Bevölkerung erfüllen will, kommt in unserer Klimazone an Kleinwindanlagen nicht vorbei. Für die dezentrale Objektversorgung werden sie sich weiter durchsetzen. Wichtig ist: Das Ausbautempo muss deutlich erhöht werden.


Kleinwind-Journal 2020

Kleinwind-Journal 2019

INHALTE DES E&M KLEINWINDJOURNALS 2020

Genehmigungen

Dirk Legler, Umwelt- und Energiejurist, beklagt die rechtliche Benachteiligung von Kleinwindanlagen

Hohe Hürden

Rüdiger Braun von Braun Windturbinen sieht verschlechterte Rahmenbedingungen für Kleinwind

Start-up

B.Ventus bietet Betrieben eine 250-kW-Anlage zur Deckung ihres Eigenbedarfs an

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